• Claudia Zeitler

Warum eigentlich IT?

Jetzt zu dem warum... Nach meinem Germanistikstudium und einem mehrmonatigem Praktikum in der Öffentlichkeitsarbeit stand fest: Ich mache ab jetzt PR. Also ging ich auf die Suche nach einem Volontariat in einer PR-Agentur. Ehrlich gesagt habe ich dabei gar nicht so sehr auf die Schwerpunkte der Agenturen geachtet. So kam es, wie es kommen musste. Am Ende hatte ich drei Agenturen zur Auswahl - alle mit IT-Schwerpunkt. Ok, ich konnte einen Computer bedienen, aber sonst war ich ziemlich ahnungslos. Da ich aber zu den Menschen gehöre, die eigentlich vor wenig Sachen Angst haben, sagte ich zu. Die werden mir schon alles erklären und sooo schwer kann das ja nicht sein. Das mein Volontariat dort weniger Ausbildung und mehr Elternzeitvertretung für eine Senior-Beraterin sein würde, damit habe ich jetzt nicht wirklich gerechnet. Aber im Nachhinein war es mit das Beste, was mir passieren konnte. Der klassische Sprung ins kalte Wasser. Am zweiten Tag hatte ich bereits eine Telefonkonferenz mit meinem neuen Kunden und plante die weiteren Veröffentlichen zu dem Storage-Thema. Am nächsten Tag stand gleich mal ein Interview mit einem Anwender der Security-Software eines anderen Kunden an, aus dem ich einen Anwenderbericht machen sollte. Pressemitteilungen schreiben und verschicken, Clippings auswerten, Artikel verfassen und platzieren, Journalisten zur Messe einladen, Pressemappen erstellen. Ich war dem Wahnsinn nahe. ABER: Nach wenigen Wochen sah die Welt schon ganz anders aus. Ich wurde immer mehr mit den doch sehr technischen Themen betraut, verstand, was die Presse interessierte, lernte wie ein Artikel oder eine Pressemitteilung aussehen sollten, damit diese auch gelesen werden. Learnig by doing! Aber es hat funktioniert. Und tatsächlich stellte ich fest, dass IT gar nicht so doof ist. Es machte sogar Spaß! Spannende Themen, unglaubliche Dynamik und auch bei den Pressevertretern eine eingeschworene Gemeinschaft.

Nach meinem Volontariat wechselte ich noch 3 mal die Agentur, immer wieder mit Schwerpunkt auf IT. So wurde ich über die Jahre Expertin für Software, Hardware, Storage, Security, Industrie 4.0 usw.

Nach meiner Entscheidung 2015, ab sofort selbstständig zu arbeiten, war auch sofort klar, dass ich MEINEM Thema treu bleibe. Erstens, weil ich mir inzwischen sehr viel Wissen angeeignet hatte, zweitens, weil mir die Themen tatsächlich Spaß machen und drittens, ich schon viele gute Kontakte zur Fachpresse hatte.

Ich bin davon überzeugt, dass ein guter PR-Berater niemals die eierlegende Wollmilchsau sein kann. Niemand kann sich in allen Themen auskennen, entsprechende Kontakte haben und die Branchen so gut kennen, um gute PR zu machen. Daher halte ich es für wirklich wichtig, sich auf ein Thema zu fokussieren. Ich mache seit 15 Jahren IT-PR und das werde ich auch weitermachen. Ich lehne Anfragen zu Themen ab, die mir nicht liegen oder bei denen ich mich nicht auskenne. Manchmal mache ich eine kleine Ausnahme. Aber dann tatsächlich eher als Texterin für Webseiten, Katalogtexte und Newsletter.

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